Standup Paddling auf dem Sylvensteinspeicher
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Der Sylvensteinspeicher – 50 shades of green und Wasserfallkletterei

Noch nie habe ich einen See mit so vielen verschiedenen Wasserfarbtönen gesehen wie den Sylvensteinspeicher. In den verschiedenen Winkeln des Sees sieht es total unterschiedlich aus. Während ihr auf Entdeckungstour geht, begegnet ihr maximal ein paar Paddlern und Anglern – perfekt um mal so richtig abzuschalten (es gibt direkt am See auch keinen SUP-Verleih). Wenn ihr Lust habt, könnt ihr anlegen und zu einem ziemlich stattlichen Wasserfall kraxeln. Die SUP-Tourlängen könnt ihr euch frei aussuchen (unten ein paar Vorschläge von S-XL), wobei sich eine lange Tour hier auf jeden Fall lohnt! Paddelt im Isardelta und schaut am Staudamm vorbei, bis hin zur Mündung in die Walchenklamm.

Ich empfehle den Sylvensteinspeicher für geübtere Paddler (wegen der plötzlichen Wind- und Wetterschwankungen) mit eigenem Board.
Einen SUP-Verleih gibt es hier nicht. Ihr könnt in Lenggries aber Boards ausleihen, die ihr dann noch zum See fahren müsst.

Startpunkt:

Von Bad Tölz aus kommend fahrt ihr über die Faller-Klamm-Brücke durch den Ort Fall. Dahinter könnt ihr auf der rechten Seite auf den Parkplatz am Grillplatz und der Wasserwacht fahren und hier in Ruhe eure Boards aufpumpen. Ihr müsst sie nur ein paar Meter eine Wiese nach unten zum Ufer tragen und los geht’s. Im Folgenden spreche ich von diesem Startpunkt immer als „Fall“.

Route:

XL
Von Fall aus startet ihr Richtung Osten. Unter der Fall-Klamm-Brücke durch geht es rechts um die Ecke in den nach Süden zeigenden Arm des Sees. Diesen könnt ihr auspaddeln, bis ihr wegen der Strömung der hineinfließenden Dürrach oder der niedrigen Wassertiefe nicht mehr weiterkommt. Auf dem Weg seht ihr links einen superschönen Wasserfall (mehr dazu unten bei ‚Extratipp’). Dann paddelt ihr wieder zurück Richtung Norden und wieder rechts um die Ecke. Es geht vorbei an wunderschönen grün bewaldeten Ufern (sieht ein bisschen nach Kanada aus) und der erstaunlich unspektakulären Staumauer. Dann paddelt ihr in den östlichen Arm des Sees, durch mysteriöses dunkelgrünes Wasser und vorbei an wilden Ufern und abgesägten Baumstämmen, die im seichten Wasser ein bisschen wie Lebewesen aus fremden Galaxien aussehen. 🙂
Am Ende dieses Arms paddelt ihr in die Walchen, bis aneinander gekettete Baumstämme im Wasser den Weg versperren. Diese könnt ihr noch umtragen und ein paar Meter in die Walchenklamm hineinpaddeln – aber Vorsicht: wenn es Richtung Wildwasser geht und ihr ungeübt seid, bitte umkehren. Dann paddelt ihr alles wieder zurück, unter der Brücke durch und an Fall vorbei Richtung Isardelta. Das Wasser wird immer heller, bis es schließlich milchig-helltürkis ist. Das ist mal etwas ganz anderes! Ihr müsst nur aufpassen, dass ihr nicht auf Grund lauft oder das Paddel in den steinigen Grund rammt, da das Wasser hier (je nach Wetter- und Pegellage) wirklich sehr undurchsichtig ist. Im Isardelta könnt ihr noch ein paar Meter weiterpaddeln, wenn der Fluss genug Wasser führt, bis ihr nicht mehr weiterkommt. Dann geht es zurück nach Fall.
Die Strecke ist ca. 18 Kilometer lang (wenn ihr immer am Ufer entlang paddelt noch etwas länger).


L
Wenn es nicht ganz so weit sein soll, könnt ihr euch den östlichen Arm des Sees sparen, an der Staumauer umkehren und unter der Brücke Richtung Isardelta paddeln. Das sind dann ca. 13 Kilometer.

M
Wenn euch das noch zu weit ist, dann lasst auch den nach Süden zeigenden Arm weg. Ihr paddelt unter der Brücke hindurch zur Staumauer und dann ins Isardelta und wieder nach Fall. Das ergibt eine Strecke von ca. 10 Kilometern.

S
Wenn ihr lieber den Wasserfall besuchen und dafür das Isardelta weglassen möchtet, ist die Strecke gute 6 Kilometer lang

XS
Die kürzeste Strecke führt euch direkt von Fall aus ins Isardelta. Wenn ihr dort noch ein paar Meter stromaufwärts und anschließend zurück nach Fall paddelt, sind das etwa 4 Kilometer.

Dauer:

Wenn ihr von Fall aus direkt ins Isardelta und noch ein paar Meter stromaufwärts und wieder zurück paddeln möchtet, braucht ihr ungefähr eine Stunde.
Für die große Runde einmal um den See braucht ihr ca. 4,5 Stunden. Dazwischen ist alles möglich 🙂

Extratipp:

Wenn ihr in den Richtung Süden abzweigenden Arm paddelt (wie in meinen Tourenvorschlägen XL, L und S), seht ihr relativ weit südlich zu eurer Linken einen Wasserfall, der unter einer hohen Brücke mit relativ viel Schwung in die Tiefe stürzt. Ihr könnt darauf zupaddeln und an den Kiesbänken anlegen. Von hier aus sind es ca. 200 Meter gekraxel über Stock und Stein und vor allem durch den eiskalten Bach, bis ihr am Wasserfall angekommen seid. Das ist es allerdings wert, also nehmt euch Wasser-, Neopren- oder sonstige Schuhe mit. Mein Freund und ich haben uns das Ganze aus Unwissenheit in Flip Flops erkraxelt – geht zur Not auch. 🙂

Good2know:

Im Sylvensteinspeicher liegt der versunkene Ort Fall, der vor dem Bau in den 50er Jahren abgerissen und einige Meter höher wieder aufgebaut wurde.
Außerdem ist der Stausee Drehort für diverse Filme geworden – unter anderem Michael Bully Herbigs „Brandner Kasper“.

SUP-Verleih:

Alride (Treffpunkt: Bergbahnstr. 1, Lenggries)
Preis: 25 € für ½ Tag (bis 4 Stunden) // 35 € pro Tag (bis 8 Stunden)
Equipment von: Fanatic

Naturesports – FunForFriends (an der Bretonenbrücke 8, Lenggries)
Preis: 39,00 € pro Tag
Equipment von: Viamare

Seen-Facts:

Höhe: 767 m
Tiefe: bei Normalstau 27 m
Länge: 7 km
Breite: 2 km
Fläche: 3,9 km²

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